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Dreams

Kurzfilm, Schweiz, 2011, 25 min
Oliver Tobias als Regisseur

Produzenten Roman Ramsauer, Zane Liechti & Kids in Motion

Premiere Zürich Film Festival, 1. Oktober 2011

Film-Website www.dreams-movie.com

 

 

Der Film erzählt die Geschichte von Jugendlichen, die in einer Band spielen, ihren Träumen nachhängen und mit der Realität konfrontiert werden. Die Hauptperson, Sam, kommt aus einem schwierigen familiären Umfeld, das ihm kaum eine Chance läßt. Da ergibt sich die Möglichkeit für einen ersten Auftritt der Band.

 
Was denkt ihr über den Film? - 3 Meinungen

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hört den Song, seht das "Making of" des Films Dreams, 2011

Sarah, 16 Jahre

Dreams ist ein Film über die Wünsche und Träume von Jugendlichen. Meiner Meinung nach ein sehr bewegender und vor allem realer Film. Diese Realitätsnähe wurde durch noch unerfahrene, jedoch trotzdem sehr talentierte Schauspieler und teilweise sogar Sänger und Musiker zum Ausdruck gebracht. Leider war die gespielte Musik nicht mein Geschmack, aber Schönheit liegt ja bekanntlich im Auge des Betrachters.

Auch die Handlung, Charaktere und deren Wünsche waren äußerst realistisch und glaubwürdig dargestellt. Als einzigen kleinen negativen Punkt ist mir jedoch aufgefallen, dass man zu Beginn des Films lange auf irgendeine Handlung gewartet hat. Doch auch dieser „Makel“ wirkt im Nachhinein sehr durchdacht und schafft eine gute Umrandung der Handlung. Die für mich einprägsamste und bewegendste Szene ist am Ende des Films als der drogenabhängige Bruder vor dem Tor der Villa steht und zu Boden sinkt als er merkt, dass  er durch seine gemachten Fehler nicht mitfeiert sondern draußen bleiben muss.

Alles in allem ist Dreams ein äußerst gelungener Film, welcher mich sehr zum Nachdenken und auch Träumen anregte. Vor allem beeindruckt er dadurch, dass sich die gesamte Geschichte in jeder Clique, auf jeder Schule und in jeder Stadt hätte abspielen können. Jedem ist dieser Film sehr zu empfehlen auch wenn er mich erst im Nachhinein beeindruckte.

Ich hoffe ihr habt einen Einblick über meine Meinung zu Dreams bekommen.

 
 
  Renate, 52 Jahre

Ein 25-minütiger Film mit kleinem Budget und großer Wirkung. Die alltägliche Gewalt, beiläufig kommt Sie daher. Ein Passant wird ohne irgendeinen Grund niedergeschlagen und es kümmert keinen. Der jugendliche Missetäter verbringt sein Leben vor dem Fernseher neben dem Vater, beide mit der Bier-Flasche in der Hand, oder bei seinen Freunden auf der Straße, wo die Schnapsflasche kreist. Sein kleiner Bruder Sam (Harrison Howell), der von der Schule kommt, scheint da kaum eine Chance zu haben, diesem Leben entfliehen zu können. Die Mutter, eine überforderte Frau die selbst Halt sucht ist keine Hilfe. Im Gegenteil - dass Sam in seiner Freizeit mit Freunden eine Band gegründet hat, empfindet sie eher als Bedrohung. Die einzige in der Familie, die Sam unterstützt, ist seine große Schwester, die beruflich erfolgreich ist, einen netten Freund hat und gerne möchte, dass Sam und seine Freunde auf der Silberhochzeit von Bekannten erstmals mit ihrer Band auftreten.
 
Wird hier ein Traum für Sam und seine Freunde wahr? Was sind überhaupt ihre Träume? Die Clique trifft sich am Uferstrand des Züricher Sees auf einer Kiesinsel. Hier sind sie unter sich, und da reden sie. "Ich möchte..." "Ich träume davon..." "Das möchte ich einmal werden..." Die Kamera kreist um die Freundesrunde, und in kurzen Einstellungen werden die jeweiligen Träume visualisiert. Das sie anders sind, als wir Erwachsenen uns das so denken, überrascht zuerst und dann doch nicht.

Was wissen die Erwachsenen schon vom Leben der Kinder? Was wissen Eltern? Was wollen sie überhaupt wissen? Fein unterscheidet der Film die verschiedenen Welten, in denen die Menschen leben, und was passiert, wenn diese aufeinandertreffen: Das Staunen von Sam, als er bei dem gutbetuchten Ehepaar, dass bald die Silberhochzeit feiert, vorspricht.
  Die Gleichgültigkeit seines Vaters und Bruders. Und dann die Mutter: Kaum hört sie, dass die Band ihren ersten Auftritt hat, da greift sie auch schon zum Hörer - und sagt ab. "Die Schule... die Hausaufgaben...es geht nicht..." Aha. Klingt das nicht schrecklich bekannt? "Es geht nicht... Das schaffst du sowieso nicht... warte nur bis der Ernst des Lebens kommt... Was willst Du überhaupt? ..." Ja, was eigentlich? Wieviele Träume wurden schon auf diese Weise für immer zerstört?

Nur gut, das da noch Sams große Schwester ist, die der Mutter einige unbequeme Wahrheiten sagt. Die Band wird spielen, ein großer Traum wird wahr. Wie's weitergeht? Das wird die Zukunft zeigen. "Auf meiner Bühne bin ich Rockstar... " singt Melanie (Tiziana Vassalli) Genau, das ist es doch.

Die Stars in diesem Kurzfilm sind die Jugendlichen. Regisseur Oliver Tobias nimmt seine Laiendarsteller ernst und vertraut ganz auf die Kraft der Geschichte. Lange bleibt er mit der Kamera auf den Gesichtern. Das Elend kommt leise daher, unauffällig, beiläufig. In der letzten Einstellung des Films, die mich lange verfolgt hat, sehen wir Sams Bruder, Andy (Zane Liechti), der einsam draußen am geschlossenen Gittertor der Villa steht, und sehnsüchtig nach drinnen blickt. Für ihn hat es sich ausgeträumt, obwohl er kaum älter als Sam ist. Das passiert, wenn man den Menschen keine Träume läßt, denke ich. Die brauchen wir alle, auch wir Erwachsenen. Und deshalb ist Dreams in meinen Augen genauso ein Film für Erwachsene.

Der Song "Auf meiner Bühne bin ich Rockstar...", wurde von Larissa Katinas geschrieben, die Musik stammt von ihrem Vater Benedikt Freitag.
 

Oliver Tobias, Regisseur

Küsnacht, leere Straßen um 11 Uhr vormittags!

Ein Junge auf dem Nachhausweg von der Schule, allein.

An einer Straßenkreuzung wird er Zeuge eines beliebigen, sinnlosen Gewaltakts, begangen von seinem Bruder. Die Brutalität der Tat ist von der Art, die heutzutage die Norm ist. Sein Bruder, ein Druggy, der Hilfe braucht, spricht ihn an.

Er antwortet nicht, er hilft nicht einmal dem Opfer, das verletzt auf dem Fußgängerweg liegt. Vielleicht wird er eingeschüchtert und drangsaliert - vielleicht hat er Schwierigkeiten, sich mitzuteilen? Vielleicht ist er depressiv, denn er kommt aus einer komplett dysfunktionalen Familie, wie der Film zeigt.

Tatsache: Kinder sind heutzutage beschädigt durch die außerordentlich brutalen "Virtual Reality"-Computerspiele usw., die sie spielen, sie haben Probleme, zu unterscheiden, was wirklich ist, und was nicht.

Ein Problem unserer Zeit.

Surreal, Symbolisch: Warum wird das Mädchen im Auto heimgefahren?

Sie lebt in einem wunderschönen Land, durch das ihr Fahrer gedankenlos hindurchrast. Sie möchte in Ruhe ihrem Traum nachhängen, ein Popstar zu werden, würde sich gerne langsamer bewegen, die Umgebung genießen, das moderne Leben wirft Schatten auf ihren Traum.

Die Kids in der Band fühlen sich sicher untereinander, weit weg von den Erwachsenen, sie drücken sich mit ihrer Musik aus, sie reden, teilen ihre Träume und Hoffnungen.

 


auf dem Züricher See während der Dreharbeiten, Juni 2011

Der Song selbst, geschrieben von einer jungen Künstlerin, sagt genau worum es geht. Das Mädchen singt das Lied unheimlich gut, drückt die Stimmung aus, ihre Gefühle und die ihrer Freunde, was es bedeutet ein Kind unserer Zeit zu sein.

Der Junge schafft es mit der Hilfe der Schwester, seiner dysfunktionalen Familie zu entkommen, er schafft es, seine Selbstzweifel zu überwinden, und verschafft der Band einen Auftritt. Er macht sich.

Und zufällig trifft er das Mädchen, von dem er träumt.

Sein problembeladener Bruder, der wirklich Hilfe braucht und den ganzen Film hindurch darum bettelt, wird komplett ignoriert, auch von seiner Schwester, er wird draußen stehen gelassen.

Die Originalstory (das Skript) wurde ausgedacht und geschrieben von Kids, die im Wohlstand leben.

"Nur wer im Wohlstand lebt, lebt angenehm" - Bert Brecht. Das mag wahr gewesen sein zur Zeit der großen Depression in den 1930er Jahren.

 

Doch "Wohlstand" allein gibt keine Antworten auf die Probleme unserer Zeit, wie die Schweiz sehr gut weiß. Dieser Film spiegelt unsere Zeit.

Was so toll an diesem Film ist, ist dass er - trotz des Risikos, dass damit verbunden ist - nur mit Laiendarstellern, -schreibern usw. realisiert wurde, die fast durchweg absolute Anfänger sind, die keinerlei Erfahrung mit dem Filmemachen hatten!

Mein Auftrag war, den Film mit den Leuten, die gecastet worden waren nach der Grundidee des vorliegenden Skripts zu realisieren.

Meiner Meinung nach übertrifft das Ergebnis die gestellten Anforderungen und ich bin dankbar das es sich so entwickelt hat wie es sich entwickelt hat!

 
 
 
bei der Premiere am 1. Oktober 2011, Zürich Film Festival

 

 

Oliver Tobias kündigt den Film Dreams an...

 

 
mehr Bilder im Club - upload 07. November 2011 / rg